Wie die heutige Trasse entstand
1995: Tunnel oder Trasse? – Die erste Grundsatzentscheidung
Mitte der 1990er Jahre standen die ersten Varianten für die Ortsumgehung zur Diskussion. Besonders im Fokus:
- die sogenannte Variante F11 (u. a. durch Thaers Garten) oder
- eine Tunnel-Lösung, die zeitweise als bevorzugte Variante galt
Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1995 (siehe Bildstrecke) beschreibt die Tunnelvariante als maßgeblich für die Planung („Der Tunnel bleibt das Maß der Dinge“). Gleichzeitig wird deutlich, dass alternative Trassenführungen – insbesondere entlang der K74 – bereits geprüft wurden. Während politische Akteure und Verwaltung zunehmend zur oberirdischen Lösung tendierten, wurden aus Naturschutzsicht früh erhebliche Bedenken geäußert. So wird berichtet, dass der BUND weiterhin Einwände gegen die Planung erhob und auf die ökologischen Risiken hinwies.
1996: Die Nordspange – politisch priorisiert und später zurückgestellt
Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1996 (siehe Bildstrecke) berichtet über die Genehmigung erster Planungen und stellt fest: „Grünes Licht für Celler Ortsumgehung – zunächst kommt nur die Nordspange“.
Die Nordspange wurde damit zunächst als erster Bauabschnitt vorgesehen. Kurz darauf wurde diese Priorisierung jedoch durch politische Entscheidungen verändert – die Nordspange rückte später deutlich nach hinten (und wurde zum letzten – also 5. Bauabschnitt).
2001: Vom lokalen Projekt zur überregionalen Verkehrsachse
Ein Bericht aus dem Jahr 2001 (siehe Bildstrecke) stellt die Ortsumgehung in einen größeren Zusammenhang: Celle wird als Teil einer Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Ostseeraum gesehen. Die geplante Bundesstraße soll dabei eine wichtige überregionale Funktion übernehmen. In diesem Zusammenhang wurden auch Varianten einer Westumgehung diskutiert. Zwei Linienführungen standen zur Debatte, unter anderem mit Anschluss an die B3 bzw. über Adelheidsdorf es galt die Schwierigkeit der Anbindung an die vorhandene Südtangente zu beheben, ohne das südliche Westercelle zu stark zu belasten.
2003: Festlegung der Trasse – Varianten werden Realität
Im Jahr 2003 wurden die verschiedenen Linienführungen konkretisiert und in das Planfeststellungsverfahren überführt. Eine Übersichtskarte (siehe Bildstrecke) zeigt mehrere Varianten, wobei die heute realisierte Trasse sogar noch geringfügig weiter östlich verläuft (siehe violette Linie), als die damalige Linienführung „8n“. Gleichzeitig wurden weitere konkrete Eingriffe sichtbar, etwa bei der neuen Anschlussstelle im Bereich Lachtehausen und durch die Veränderungen bestehender Wegeführungen.
2006: Nachbesserungen und zunehmende Berücksichtigung von Umweltaspekten
Spätere Planungsunterlagen zeigen Anpassungen an die Trassenführung, insbesondere im Bereich Lachtehausen sowie am Berkefeldweg. Gleichzeitig werden erstmals konkrete Umweltaspekte sichtbar, etwa durch die Markierung sensibler Flächen und die Planung einer Flutmulde im Bereich eines Aller-Altarms. Auffällig ist, dass bestimmte Schutzmaßnahmen – wie spezielle Querungshilfen für Tiere – zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bestandteil der Planung waren.
Fazit: Planung als Ergebnis von Abwägung – nicht als geradliniger Prozess
Die BUND-Kreisgruppe bedauert, dass die 5-teilige Ortsumgehung nicht als Ganzes geplant und umgesetzt wurde. Das „scheibchenweise“ Vorgehen der Verkehrsplaner hat zu erheblichen Verzögerungen wegen vielfach-nötiger Änderungen dieser Ortsumgehung geführt. Die gravierenden Umwelt-Beeinträchtigungen im Aller-Querungs-Abschnitt (3. Bauabschnitt) hätten schon vor Bauanfang berücksichtigt werden müssen.
Die Entwicklung der Ortsumgehung Celle zeigt exemplarisch:
- Entscheidungen wurden nicht einmalig, sondern über Jahre hinweg getroffen und mehrfach verändert
- Politische Prioritäten hatten erheblichen Einfluss auf Verlauf und Reihenfolge
- Umweltaspekte wurden zunehmend stärker berücksichtigt, jedoch nur im Nachgang angepasst
Die heutige Trasse ist damit das Ergebnis eines langen Abwägungsprozesses zwischen:
- Verkehrsinteressen
- politischen Entscheidungen
- und Umweltbelangen
1995 war die Variante F11 durch Thalers Garten aktuell und Herr Wiswe wollte sich für eine Tunnel-Lösung einsetzen.
(Cellesche Zeitung 28.10.1995)
- BUND Celle erhebt Einwendungen gegen vierten Bauabschnitt der Ortsumgehung
- Intensive Diskussionen und neue Erkenntnisse: Erfolgreicher BUND-konkret-Vortrag zu Celler Fledermausbrücken
- Andrang im Bieneninstitut: Vortrag über Fledermäuse und Brücken war gut besucht.
- BUND-Kreisgruppe Celle führte informative Fahrradtour entlang des dritten OU-Bauabschnitts durch
- Klimaschutz braucht Konsequenz statt neuer Straßen