Er pflegt und versorgt Tiere, die ihm gebracht wurden. An dem Abend berichtete er über folgende Fledermausarten mit ihren besonderen Eigenarten: Eine Breitflügelfledermaus, die mit 15 Jahren schon recht betagt ist, eine Bartfledermaus, die durch eine genetische Veränderung ein helles Fell hat und quasi ähnlich einem Albino sehr gefährdet ist, von ihren Feinden entdeckt zu werden; diese meckern und zeckern. Dieses Tier wurde in der Neuen Straße in der Innenstadt gefunden. Eine Wasserfledermaus konnte man abends am Teich im Französischen Garten beobachten, wie sie die Insekten nicht nur aus der Luft, sondern auch mit ihren Füßen von der Wasseroberfläche keschern kann.
Eine Rauhautfledermaus gehört zu den Baumfledermäusen, Die Waldfledermaus gehört wie die Zugvögel zu den wandernden Arten. Sie überwintern in Portugal und wandern bis zur Nordseeküste. Diese von einer Katze gefangenen Waldfledermaus war dem Celler Fledermausexperten nahezu unverletzt gebracht worden.
Der Bechsteinfledermaus fehlen im Bereich Lachtehäuser Friedhof durch die Fällungen im Zusammenhang mit der Ostumgehung 30-40 hohle Quartier-Bäume mit Löchern. Man versucht diesen Mangel durch Kästen zu kompensieren und baut diese Brücken als Problemlösung, damit ihre traditionellen Routen von Nahrungsgebieten, von Sommer- und Winterquartieren erreichbar bleiben. Diese niedrig fliegende Art kann keine breite Trasse überwinden.
Das Graue Langohr verliert in Altencelle an der K74 ebenfalls durch die Straßenbaumaßnahmen seine eingeprägten Wege, die über Generationen beibehalten werden. Auch hier wurden Fledermauskästen aufgehängt in der Hoffnung, dass diese angenommen werden. Das Langohr kann anhand von Krabbelgeräuschen Raupen erkennen- auch die vom Eichenprozessionsspinner – und diese von Ästen wegfangen. Gerade in Westercelle am Kanal gibt es einen großen Befall.
Der Abendsegler fliegt hoch über den Wipfeln der Bäume und benötigt keine Brücken. Er nimmt aber Fledermauskästen gerne an. Obwohl die Tiere prinzipiell geräuschempfindlich sind, lebt beispielsweise das Mausohr auch in Kirchen, und lässt sich durch Kirchenglocken nicht vertreiben. Die Hufeisennasen stoßen die Laute mit der Nase aus und können deshalb mit dem Mäulchen gleichzeitig Insekten orten und fangen.
Diese 13 Fledermausarten die in Stadt und Landkreis Celle noch leben, haben unterschiedliche Ansprüche. Allen gemeinsam ist, dass der Mangel an Insekten dazu führt, dass die Muttertiere ihr einziges Junges, das sie pro Jahr gebären, nicht ausreichend ernähren können und diese kleinwüchsig bleiben. Wenn sich in einer Wochenstube nur wenige Weibchen befinden und dieses kleine Vorkommen erlischt, dann ist eine ganze Art gestorben.
Durch den Klimawandel sind die Winter milder. In warmen Phasen wachen die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf auf und verbrauchen zu viel Energie, was diese Tierart sehr schwächt. Viele Menschen ahnen nicht, dass sie von diesen Tieren sehr profitieren. Beispielsweise kann ein Weibchen 4000 Mücken pro Nacht fangen.
Mit den Fledermausbrücken in Celle versucht die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Artenschwund durch die vierstreifige Straße zu vermindern. Erst wenn die Anpflanzungen auf den zuführenden Hecken und den Brücken so weit gediehen und geeignet sind, die Fledermäuse auf die für sie ungefährliche Route zu leiten, kann die Straße in Betrieb genommen werden. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung tagsüber und während des Winterschlafes haben die Verkehrsteilnehmenden nicht zu befürchten.