Auf Einladung der BUND-Kreisgruppe Celle referierte Dr. Friedhart Knolle über die Rolle von Grünbrücken beim Schutz wildlebender Tiere und ordnete die Bedeutung dieser Bauwerke aus ökologischer Sicht ein.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Folgen die zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Siedlungen, Landwirtschaft und Verkehrswege für die Tierwelt hat. Viele Arten sind darauf angewiesen, größere Räume zu durchwandern, um Nahrung zu finden, sich fortzupflanzen und stabile Populationen zu erhalten. Straßen und andere Barrieren unterbrechen diese natürlichen Wanderbewegungen und führen dazu, dass Lebensräume voneinander isoliert werden.
Der Referent erläuterte, dass diese Isolation weitreichende Folgen haben kann. Dazu zählen eine erhöhte Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren, ein Rückgang der Bestände sowie eine genetische Verarmung von Populationen, die langfristig sogar zum lokalen Aussterben führen kann. Betroffen sind unter anderem Rothirsche, Wildkatzen und Fledermäuse.
Anhand konkreter Beispiele zeigte Dr. Knolle, dass Grünbrücken dazu beitragen können, getrennte Lebensräume wieder miteinander zu verbinden und Wanderbewegungen sicher zu ermöglichen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Schutz gefährdeter Arten.
Der Vortrag vermittelte den Teilnehmenden einen anschaulichen Einblick in die Zusammenhänge zwischen Landschaftszerschneidung, Artenrückgang und möglichen Schutzmaßnahmen.