Harz in der Nähe der Düsteren Tanne
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Ein Vortrag von Dr. Friedhart Knolle bei der BUND-Kreisgruppe Celle beleuchtete die tiefgreifenden Veränderungen in den Wäldern des Harzes und der Heide und ordnete die aktuellen Entwicklungen aus ökologischer Sicht ein.
Ausgangspunkt war der Nationalpark Harz, wo das großflächige Absterben alter Fichten in den vergangenen Jahren für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Die Bilder abgestorbener Wälder haben viele Menschen verunsichert. Dr. Knolle machte jedoch deutlich, dass sich hinter diesem Eindruck ein natürlicher Erneuerungsprozess verbirgt. Neben den abgestorbenen Bäumen wächst bereits eine neue Waldgeneration aus Fichten, Ebereschen, Weiden, Birken und weiteren Arten heran.
Der Vortrag zeigte, dass solche Veränderungen Teil eines natürlichen Waldwandels sind, der zu strukturreicheren und artenreicheren Wäldern führen kann. Gleichzeitig wies der Referent darauf hin, dass der Klimawandel diese Prozesse deutlich beschleunigt und die Wälder vor zusätzliche Herausforderungen stellt.
Auch die Wälder im Raum Celle und in der Heide sind betroffen. Hier wurden in der Vergangenheit vielfach Kiefern in Monokulturen angepflanzt, da sie gut an die nährstoffarmen Böden angepasst sind. Diese einseitige Struktur macht die Bestände heute jedoch anfälliger gegenüber Trockenheit, Hitze und anderen Stressfaktoren.
Der Vortrag vermittelte den Teilnehmenden ein differenziertes Bild der aktuellen Waldentwicklung und machte deutlich, dass der sichtbare Wandel nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch die Grundlage für neue, vielfältigere Waldökosysteme schafft.