BUND Kreisgruppe Celle
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Herzliche Anteilnahme zur feierlichen Eröffnung des 1. BA der Ortsumgehung Celle

03. Juni 2009 | Ortsumgehung

mit der Straßenplanung bewusst durch die Wand und gegen jede Vernunft - sicheres Ende vor Zielerreichung garantiert! 25 Millionen € zerronnen, für Celle nichts gewonnen – aber viel zerstört!

Foto von BUND KG Celle zeigt die Eröffnung des 1. Bauabschnittes  (BUND KG Celle)

Die Planung zur verkehrlichen Umgehung der Stadt Celle im Osten hat das OVG Lüneburg schon einmal verworfen. Die Planung ist viele Jahrzehnte alt, hielt aber 1984 einer Überprüfung durch das OVG Lüneburg nicht stand. Das hatte verkehrliche, städtebauliche und Naturschutzgründe. Insbesondere wurde die Frage als unbeantwortet gesehen, warum die alternativ von der Stadt Celle bereits weitgehend fertig gestellte und 4-spurig konzipierte Westumgehung nicht fortgesetzt werden sollte.

Anstatt dass die Planung hieraus Konsequenzen mit einer generellen Umplanung gezogen hätte, zielt die aktuelle Planung wieder auf die gleichen Konflikte hin. Es wird in der heutigen Planung exakt die Straßenvariante (8n) bevorzugt, die zuvor von den Planern selbst als verkehrlich vollkommen untauglich bewertet wurde. Zudem durchschneidet die heute vorgesehene 4-spurige Trasse im 3. Bauabschnitt zusätzlich zwei europäische Naturschutzgebiete (FFH-Gebiete) mit erheblichen, negativen Beeinträchtigungen.

Die Planung erfolgt ohne wirklichen Verkehrsbedarf. Gänzlich verwundert, dass die Ortsumgehung Celle überhaupt in den vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung einbezogen wurde, da die Planung ohne wirklichen Verkehrsbedarf erfolgt. Ortsumgehungen haben die Aufgabe ortsfremde, überregionale Verkehre an der Stadt vorbei zu führen. Der Durchgangsverkehr in Celle hat aber nur einen geringfügigen Anteil von < 12% am Gesamtverkehrsaufkommen. Hier bedarf es einer grundlegenden Überprüfung, welche Kräfte gewirkt haben, um dieses Straßenbauprojekt in diese unberechtigte Vorzugsposition zu bringen und dafür Steuermittel zu verwenden.

Die Planung kann ihre Ziele nicht erreichen. Von den Planern wird vorgegeben, die derzeitige verkehrliche Situation in der Stadt Celle würde „unerträgliche Lärm- und Abgasbelastungen“ für die Anwohner verursachen, ohne jedoch hierfür konkrete Zahlen vorzulegen. Dies widerspricht aber der Tatsache, dass in diesem Jahr die Immissions-Messeinrichtung des Lufthygienischen Überwachungssystems NDS in Celle abgebaut wurde, da die bisher gemessenen Werte so niedrig lagen. Dies bestätigt auch ein aktuelles Gutachten der Stadt Celle (erstellt durch Lärmkontor GmbH) in Bezug auf die Lärmbelastungen im Zusammenhang mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie. Ganz zu schweigen von einer wirklichen verkehrlichen Entlastung der Innenstadt. Dieses Phänomen ist nun einmal durch den hohen Anteil von über 80-90% Binnen, Ziel- und Quellverkehr in Celle als Faktum nicht zu ändern.

Die Planung wird auch an nationalem und europäischem Naturschutzrecht scheitern. Eklatante Naturschutzrelevante Erfassungs- und Bewertungsdefizite kennzeichnen die Planung. So haben wir mit einem Fachgutachten aktuell die Planungsbehörde auf die Zerstörung eines prioritären FFH-Lebensraums (91E0 „Weichholz-Auenwald“) durch die Trassenwahl im 3. Bauabschnitt hinweisen müssen. Ein Konflikt, der vom Gutachter der Behörde selbst „übersehen“ wurde. Das Vorhaben verursacht erhebliche Beeinträchtigungen der FFH-Gebiete bzw. deren Erhaltungsziele. Das logische Negativergebnis der FFH-VP aufgrund der geplanten Zerstörung eines prioritären LRT wird den Vorhabensträger zum Ausnahmeverfahren zwingen. Wir trauern um die verlorenen 25 Millionen Euro, die vergeblichen Entlastungsbemühungen und die unglaubliche Naturzerstörung.

Dr. Otto Boecking (Vorsitzender)

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