BUND Kreisgruppe Celle
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Trauer und Enttäuschung über den Verlust der Linden-Allee

31. Januar 2024

Trotz Protesten, über 2000 Unterschriften und zahlreicher Bemühungen von Umweltinitiativen wurden am 25. Januar 2024 die prägenden Linden in der Breiten Straße gefällt. Mitglieder des BUND und weitere Engagierte begleiteten die Baumfällungen vor Ort mit stiller Kritik und zeigen sich bis heute enttäuscht über den Verlust der denkmalgeschützten Allee.

Breite Straße in Celle nach der Baumfällung

Weil die Ankündigungen und die Straßensperrungen darauf hindeuteten, fuhren unsere erste Vorsitzende Anne Pfützner und Helmut Kähler am 25. Januar 2024  morgens um sieben zur Breiten Straße. An der Ecke Jägerstraße wurden sie von drei Polizisten empfangen, die ihnen den Zugang versperrten. „Sie können durch die Hugenottenstraße zur Kirchstraße, wo um 8 Uhr eine Demonstration angemeldet ist“, so die Auskunft. Die Kirchstraße war ebenfalls zur Breiten Straße abgesperrt und von mehreren Polizisten gesichert.

Anne berichtet: “Mit der BUND-Weste und der Forderung „Baumwende“ stellten wir uns mit sehr kreativen Plakaten (siehe Fotos) der ökologischen Initiative Neuenhäusen und der Klimaplattform gemeinsam mit einigen Anwohnenden an die Absperrung. Eine Baum- und Gehölz-Entfernungs-Firma aus Hannover fuhr mit einem sehr großen LKW mit Container in die Breite Straße. Ein Greifer nahm den oberen Teil in die Zange, während unten der Stamm abgesägt wurde. Was die Natur in über einem halben Jahrhundert hat wachsen lassen, verwandelte ein großer Schredder binnen weniger Minuten zu Kleinholz und Holzhackschnitzeln. Unter den Anwesenden herrschte Fassungslosigkeit über das so abrupt geänderte, verschlechterte Straßenbild, über den herben Verlust dieser die Straße prägenden Allee.” 

Wir trauern darüber, dass es nicht gelungen ist, die Allee mit 2000 Unterschriften zu erhalten. Auch die Eingabe beim niedersächsischen Umweltministerium, das zumindest das fehlende Artenschutzgutachten einforderte und damit die Fällung verzögert hat, war im Ergebnis nicht erfolgreich. Die Klimaplattform hatte ermittelt, dass die finanziellen Argumente der Verwaltung nicht belastbar waren. Wir vom BUND hatten einen Kompromiss vorgeschlagen, um die Linden trotz der geplanten Tiefbauarbeiten zu erhalten – alles umsonst. In Celle gibt es keine allgemeine Baumschutz-, sondern nur eine Vegetationsschutzsatzung. Schon seit Jahren fordert der BUND vergeblich eine ordentliche Baumschutzsatzung nach dem Vorbild des Deutschen Städtetages. 

Wenn eine denkmalgeschützte Allee in Celle abgeholzt wird, dann ist ein Zukunftstraum für Celle zerplatzt. Dadurch wird unser Celle nicht zukunftsfähig oder Enkel-tauglich. Hier wurde wieder eine Chance verpasst, und damit steht die Stimmung beim BUND auf Trauer und Enttäuschung.

Fotos aus den letzten Jahrzehnten belegen, dass viele alte Bäume in Celle gefällt wurden. Das Stadtzentrum ist reduziert auf Orte des Konsums. Was wäre, wenn Orte geschaffen würden, an denen alle Menschen, Alt und Jung, Arbeiter und Professorin, zusammen kämen, um gemeinsam über die Zukunft ihrer Stadt und das Stadtgrün zu entscheiden? Momentan herrschen Trauer und Enttäuschung vor, doch unsere Zukunftsvision für Celle bleibt: Ein begrünter und lebendiger Ort der Begegnung, der Klimaresilienz, an dem möglichst viele Bäume durch die Kühlung an heißen Tagen und die Wasserrückhaltung bei Starkregen das Wohlbefinden der Menschen steigern.


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