Parents-for-Future-Mahnwache (24.04.2020)

24. April 2020 | Mobilität, Über uns, Baumschutz, Klimaschutz

25 Fahrräder haben am Freitagmittag auf der Stechbahn die Plakate von "Parents for Future Celle" getragen. Mitglieder der BUND-KG-Celle waren dabei!

Weltweit beteiligten sich viele Unterstützer am Netzstreik. Die CZ berichtete: Von Dagny Siebke Kreativer Protest während der Corona-Krise: Auf der Stechbahn haben gestern 25 Fahrräder gestanden und Plakate gehalten, um an den Klimawandeln zu erinnern. Die Initiatoren von "Parents for Future" hielten sich mit ihren Masken in sicherer Entfernung auf. "Wir wollen in der Corona-Krise das Thema Klimaschutz wieder in die Öffentlichkeit bringen, damit es nicht untergeht", sagt Wolfram Steinmetz von der Celler Ortsgruppe. Für ihn ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel seiner Wahl. „Damit bin ich auch zu den FFF-Demos gefahren und hatte beim Schieben auch schon ein Plakat unter dem Arm. Ich habe kein Auto. Wenn der Einkauf größer wird, nutze ich den Anhänger. Für größere Anschaffungen leihe ich mir zwei oder dreimal im Jahr einen Transporter aus.“

„Corona kann uns alle treffen - der Klimawandel sicher!“ Mit diesen und weiteren Sprüchen hat die Klima-Organisation „Parents for Future“ (PFF) am Freitag, 24. April, auf der Stechbahn demonstriert. Allerdings wurden nicht Menschen zu Plakatträgern, sondern Fahrräder. Die Celler Ortsgruppe von PFF schloss sich damit dem weltweiten Klimastreik von „Fridays for Future“ (FFF) an. Dieser fand wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie weitgehend nur im Internet statt. „Parents for Future Celle“ will darauf aufmerksam machen, dass wir neben der Coronakrise noch eine Klima-Krise zu bewältigen haben. Aus dem jetzigen erzwungenen Innehalten können auch Chancen für die Zukunft erwachsen. Zum Beispiel kann der Kauf regionaler Produkte gegenüber langen Lieferketten an Bedeutung gewinnen, manch einer überdenkt sein Reiseverhalten und entdeckt die Reize der Umgebung und die Politik könnte in der Wirtschaftskrise ihr Augenmerk auf die Förderung umweltfreundlicher Unternehmen, Technologien und Produkte richten. Steinmetz ist zuversichtlich, dass die Menschen aus der Corona-Krise lernen. "Wir haben unser Leben heruntergefahren und haben mehr Zeit zum Nachdenken", findet der Lehrer. Die Leute hätten in den vergangenen Wochen bewusster gelebt und gezeigt, dass eine Verhaltensänderung möglich sei, wenn auch gezwungenermaßen. "Das kann auch im Sinne des Klimaschutzes funktionieren", ist sich Steinmetz sicher. "Viele haben zuletzt im Bioladen gekauft und lokale Angebote genutzt. Vielleicht haben auch manche gemerkt, wie ätzend es ist, alles bestellen zu müssen, und dass man es auch vor Ort angenehmer einkaufen kann."

Netzstreik von FFF in der Corona-Krise

Die Ortsgruppe des BUND hat einen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben, um ihn an die Verankerung einer Baumschutzsatzung zu erinnern, denn seit einem Jahr liegen Umweltausschuss drei Vorschläge vor. Helga Habekost sagt: "Wir fordern eine Antwort und wollen, dass der Umweltausschuss sich endlich mit dem Thema auseinandersetzt." Es würden zu viele Bäume gefällt, zum Beispiel an der Hafenstraße und für die Ostumgehung. „Die Ausgleichsmaßnahmen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Beim anhaltenden heißen Wetter und ausbleibenden Regen vertrocknen die jungen Bäume wieder.“ Ein anderes Plakat erinnerte den Rat der Stadt Celle an seinen "Klima-in-Not"-Beschluss vom 28. November. Demnach erkennt der Stadtrat die Eindämmung des Klimawandels und seiner gravierenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität an.

Die Unterstützer fordern von den Politikern den gleichen Aktionismus bei der Klima-Krise wie bei der Corona-Krise: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir von und mit der Natur leben." Auf einem Plakat heißt es: "Umweltschutz ist Seuchenschutz". Parallel zu der Aktion von Parents for Future auf der Stechbahn lief im Internet ein "Netzstreik für das Klima". Auf einer interaktiven Karte können sich Unterstützer eintragen, die effektive Klimaschutzmaßnahmen von der Politik fordern: "Wir können am 24. April nicht die Straßen fluten – aber dafür das Netz." Im gesamten Landkreis Celle Haben sich 84 Menschen beteiligt, allerdings meist ohne Bild mit Demoschild und anonym. Auch zahlreiche Promis, Musiker, und Aktivisten aus aller Welt kamen online zusammen. Auf dem You-Tube-Kanal gab es einen Live-Stream. Viele Teilnehmer platzierten Demo-Schilder sichtbar in Fenstern, an Briefkästen, am Arbeitsplatz, im Baum vor der Haustür oder im Ladeneingang.


Siehe auch: https://celleheute.de/bund-richtet-appell-zum-klimaschutz-ob

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