Die BUND Kreisgruppe Celle kritisiert das mangelhafte Vorgehen der Stadtverwaltung bei der Standortauswahl für das neu geplante Feuerwehrgerätehaus Westercelle. Die Voraussetzungen sehen sie sowohl verkehrstechnisch als auch im Bereich Umweltschutz als unverträglich an. Wenn die Stadtverwaltung nicht auf die Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet hätte, wäre viel Zeit gespart worden. So wurde die Verwaltung erst durch das ehrenamtliche Engagement der BUND Kreisgruppe Celle auf die nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützten Arten und die neun Ameisenhaufen hingewiesen. Auf einem Teilgrundstück der Reitanlage in Westercelle befindet sich wertvoller Baumbestand. Dieser hat sich als besonders geeigneter Lebensraum für hügelbauende Ameisen erwiesen und ist auch Standort für heimische Orchideen. „Mit dem Eingriff in den noch vorhandenen Naturraum verlieren wir einen Teil der biologischen Vielfalt. Die Ameisenhaufen sind wiederum Lebensgrundlage für den seltenen Zugvogel Wendehals“, so der Vorsitzende Heiner Lammers. Erst durch die ehrenamtlich tätigen BUND-Mitglieder, die mit Fachleuten die Fläche in Augenschein genommen hatten, wurden die schutzwürdigen Tiere und Pflanzen ermittelt.
In einem Ortstermin am 21.8. in Westercelle erläuterten die CDU-Mitglieder im Stadtrat und im Ortsrat Westercelle, Herr Alexander Wille und Frau Katrin Fündeling, die Gründe für den bevorzugten Standort neben dem Reitvereinsgelände zwischen Triftweg und Hannoversche Heerstraße. Auch die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Westercelle verdeutlichten die Notwendigkeit einer Modernisierung und argumentierten vorrangig mit den verkehrlichen Vorteilen des geplanten Standorts. Angesichts des geplanten Neubaus und der dann größeren Bruchhagenschule sowie der Kita am Triftweg in unmittelbarer Nähe sehen die Kritiker besonders in der Einsatzanfahrt der freiwilligen Feuerwehr ein Gefährdungspotential für Kinder.
Den BUND-Mitgliedern genügte die Prüfung und die systematisch stringente Suche nach Alternativstandorten mit Tauschangeboten nicht. So fehlten konkrete Verhandlungsaussagen einerseits zu einem benachbarten freien Grundstück, andererseits zu Schubotz Mühle, wo ggf. Teile der Bausubstanz nachgenutzt werden könnten. Auch rief Unverständnis hervor, dass mit der Sparkasse keine Einigung über das ehemalige, angrenzende Sparkassengelände noch über den zu großen Bauplatz am Wilhelm-Heinichen-Ring erzielt werden konnte, wo keine Doppelnutzung eingeplant wurde.
Ursprünglich standen vor allen Dingen die Bäume als klimaschützende Vegetation im Mittelpunkt. Deshalb betonte Ute Reich als Ansprechpartnerin der BUND Kreisgruppe für den Baumschutz in Celle: „Da Celle den Klimanotstand ausgerufen hat (Ratsbeschluss Klima in Not), die Erhaltung vorhandener vitaler Bäume im Allgemeininteresse liegt, ist dieser Standort mit heutigen Ansprüchen nicht vereinbar. Eventuelle Ausgleichsmaßnahmen für die Zerstörung dieses geschützten Biotops (§30 BNatSchG und §44 BNatSchG) sind nicht erfolgversprechend und würden den Baubeginn unkalkulierbar verzögern.“