Kalihalde Wathlingen

BUND Gruppe Celle – Kalihaldenabdeckung Wathlingen

Die Kalirückstandshalde in Wathlingen hat eine Höhe von rund 80 Metern, bedeckt eine Fläche von 25 Hektar und hat ein Volumen von 11,7 Millionen Kubikmetern (22 Millionen Tonnen). Sie besteht zu 94% aus Natriumchlorid, 1% Gips, 0,5% Kaliumchlorid und 4,5 % unlöslichen Stoffen, wie Ton.

In der Halde eingeschlossen ist eine frühere Deponie für Haus- und Gewerbeabfälle mit einem Volumen von ca. 30.000 m3, die bis in die 1970er Jahre betrieben worden ist. Vermutlich sind dort auch alte Autos und Motoröle abgelagert worden.

Die Halde liegt - ohne Basisabdichtung - in einem Bereich, der vor der Durchführung von Entwässerungsmaßnahmen und Flurbereinigung sumpfig gewesen ist.

Nach dem Abschlussbetriebsplan besteht die Verpflichtung, die Halde im Sinne des Bundesberggesetzes wieder nutzbar zu machen. Die Firma K+S interpretiert die Nutzbarmachung so, dass es ausreicht, die Halde mit belastetem Bauschutt, Boden und anderen mineralischen Abfällen abzudecken und so eine „Begrünung“ herzustellen. Keinesfalls bedeutet die Abdeckung eine Renaturierung der Grundfläche.

Für die Abdeckung sollen über einen Zeitraum von rund 25 Jahren jährlich 600.000 Tonnen Abfall, insgesamt bis zu 15 Mio Tonnen, abgelagert werden. Es handelt sich dabei um Bauschutt (eventuell auch niedrig strahlender von Akw), ölverunreinigtem Boden, Straßenaufbruch und Schlacken der Schadstoffklasse Z 2 (entspricht ungefähr DK I). Die Z 2 Werte sind für Schwermetalle, wie Blei 10x oder für Quecksilber 50x so hoch, wie bei maximal belastetem Ackerboden.

Nach Abschluss des Vorhabens ist die abgedeckte Halde rund 100 Meter hoch und bedeckt eine Grundfläche von 42 Hektar.

Die Transporte zur Halde in Wathlingen sollen mangels anderer Möglichkeiten ausschließlich mit Lkw auf bestehenden Straßen durch die umliegenden Dörfer laufen. Verkehrslenkungsmaßnahmen sind entweder unrealistisch oder untauglich.

Der relativ langsame Lkw-Transportverkehr aus Norden zur Haldendeponie hat das Potential, die Vorteile der Ostumgehung Celle für Jahrzehnte erheblich zu beeinträchtigen.

Es muss davon ausgegangen werden, dass die durch das Gewicht der Halde in den Boden eingesunkene Haldenbasis (nach fragwürdigen Berechnungen von K+S im Zentrum (nur) 1,21 m) schon heute zumindest temporär Grundwasserkontakt hat und so eine Versalzung des Grundwassers bewirkt. Eine Abdeckung kann diese Situation nur verschlimmern. Zudem sind Althalden aber auch verkarstet und durchlässig für Niederschlagswasser. In der Kombination mit einer Erosion der Oberfläche durch Brände, Starkregenereignisse und Stürme wird die Auflösung der Halde höchstens verzögert, aber nicht verhindert.

Die untere Wasserbehörde hat im Erörterungstermin in erheblichem Umfang fehlende Informationen zur Grundwassersituation an der Kalihalde geltend gemacht. Tatsächlich ist bis heute aber nicht eine der vielen möglichen Untersuchungen durchgeführt worden, die genaue Erkenntnisse zur Lage der Haldenbasis und zur Grundwasserversalzung bringen könnten. Möglich wären beispielsweise Durchbohrungen des Haldenkörpers zur Feststellung der tatsächlichen Einsenkung der Haldenbasis, zur Feststellung der Grundwasserstände und zwecks Untersuchung des Haldenuntergrundes.

Die vorhandenen Messbrunnen sind aufgrund ihrer Lage abseits des Grundwasserstroms, nicht ausreichender Tiefe oder wegen ihres Aufbaus ungeeignet, auch nur genaue Daten für die Grundwasserversalzung zu liefern.

Die Abwässer von der Halde (aktuell salzhaltige Haldenwässer und später Deponiesickerwässer) sollen in die Fuhse und Aller eingeleitet werden. Die Menge wird sich nur unwesentlich reduzieren.

Das Auewaldgebiet Brand ist nur ca. 300 m von der Halde entfernt. Als FFH-Gebiet besitzt es den höchsten europäischen Schutzstatus. Die vorgeschriebene FFH-Verträglichkeitsprüfung ist nur unzureichend erfolgt. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Brandes durch versalztes Grundwasser ist zumindest möglich. Die begründete Möglichkeit reicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz für die Feststellung der Unzulässigkeit eines Projektes bereits aus.

Die möglichen Alternativen zur Abdeckung bestehen in einem Rückversatz (Spülversatz) in das ehemalige Grubengebäude oder in Form von Verwertung zu marktfähigen Produkten. Die zukünftige Beseitigung (oder Verwertung) des Salzes der Halde werden durch die Abdeckung aber unmöglich gemacht.

Die Firma K+S plant darüber hinaus, Salzabwässer aus der hessischen Kaliproduktion und Haldenwässer anderer Standorte in Wunstorf und/oder Wathlingen im jeweiligen Grubengebäude zu versenken. Die Wässer werden bereits heute per Bahn nach Sehnde gebracht. Das dortige Bergwerk ist allerdings fast voll. Zukünftig sollen die Salzwässer dann auf Lkw umgeladen und (in Richtung Wathlingen) über die B 3 und Nienhagen nach Wathlingen transportiert werden. Sollten diese Pläne Realität werden, droht nicht nur das Zunichtemachen einer Alternative zur Abdeckung, sondern eine Verstopfung der ausgebauten B 3 auch von Süden.

 

Weitere Informationen unter: biuw.jimdo.com/faq/

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