Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Kreisgruppe Celle

Verkehr und Umwelt

Der Natur zu ihrem Recht verhelfen

Position des BUND Landesverbandes Niedersachsen zur geplanten Ortsumgehung in Celle

Verkehrsplanung von HEUTE - Mobilitätskonzept für MORGEN!

In Anbetracht steigender Naturkatastrophen und wachsender Umweltverschmutzung ist eine gesellschaftspolitische Neuausrichtung im Bereich Mobilität und Verkehr zwingend erforderlich: Wetterextreme infolge hoher Schadstoffbelastung der Luft und der damit verbundenen Erderwärmung versucht die Politik mit der Eindämmung des CO2-Ausstoßes durch Umstieg auf regenerative Energiequellen, verschärften Vorschriften zum CO2-Ausstoß bis hin zur Förderung der E-Mobilität zu begegnen.

Eine Verkehrsplanung von HEUTE muss ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Mobilitätskonzept "für MORGEN" sein!

Da ist die Frage angebracht, ob die Planung und Umsetzung der Celler Ortsumgehung in die richtige Richtung zeigt:

Unzählige Verkehrsprojekte wurden in den letzten Jahrzehnten bundesweit umgesetzt, um das innerstädtische Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Großflächig angelegte Umgehungsstraßen reduzieren sehr effektiv den Durchgangsverkehr. Allerdings beträgt dieser – so auch in Celle – lediglich 10% vom innerstädtischen Verkehrsaufkommen. Die restlichen 90% teilen sich auf in Quell-, Ziel- und Binnenverkehr. Innerhalb kurzer Zeit wird deshalb wieder die bisherige Innenstadtbelastung vorherrschen, dafür gibt es aus der Vergangenheit unzählige Beispiele. Einen wirklichen Nutzen haben deshalb nur die Teilnehmer des Durchgangsverkehrs, die schneller als früher vorankommen.

 ((Fotomontage: W. Schmidt))

Sind wir bereit, für dieses schnellere Passieren der Stadt Celle die gravierenden Auswirkungen auf Natur und Umwelt in Kauf zu nehmen?

  • 40.000 qm Wald müssen geopfert werden
  • Zwei Auenlandschaften an der Lachte bzw. Aller werden stark beeinträchtigt
  • Die Hochwassergefahr wird verstärkt 
  • Vielen Menschen wird ein Naherholungsraum genommen 
  • Eingetretene Tierpfade werden abgeschnitten
  • Gewohnte Wegstrukturen für Menschen werden abgetrennt und als Folge längere Umwege und mehr Treibstoffverbrauch in Kauf genommen.

 

 

Wir sind der Meinung: Nein!

Fledermausbrücke Biberach. Foto: Gerd Mägerle/Schwäbische Zeitung

Auch wenn unsere Meinung von vielen engagierten Menschen in und um Celle geteilt wird, so hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsverfahrens mit der Ost-Trassierung bestätigt, lediglich im Bereich "Fledermausschutz" muss nachgebessert werden. 

Die Osttrasse kann die BUND Kreisgruppe Celle aus verkehrlichen und Nachhaltigkeitsgründen nicht gutheißen, doch wird die erlangte Rechtskraft des Urteils selbstverständlich akzeptiert.

Natürlich begrüßen wir den eingeforderten und von den Straßenplanern nun eingeplanten Fledermausschutz! Allerdings wirft der aktuelle Planungsstand neue Fragen auf:

  • Bezüglich der Wirksamkeit von Fledermausbrücken gibt es aktuell noch keine gesicherten Erkenntnisse. Selbst der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies sieht hier noch einen erheblichen wissenschaftlichen Untersuchungsbedarf, bevor Hunderttausende von Euros investiert werden. Ähnliche Projekte in Baden-Württemberg und Sachsen ergaben bislang keine gesicherten Ergebnisse.
  • Zum Schutz der Wasserfledermaus muss die Straße um einen Meter angehoben werden - das bedeutet einen höheren und breiteren Damm, der den Retentionsraum im Überschwemmungsgebiet "Freitagsgraben" weiter einschränkt.

Einfache oder ausgereifte Lösungen können wir von der BUND Kreisgruppe Celle nicht liefern, dazu ist die gesamte Materie zu komplex.

Auch wir kennen die neuralgischen Staupunkte in Celle, die durch eine Ortsumgehung entlastet werden könnten. Auch wir haben die Lebensqualität der Anwohner in den Celler Ortsteilen, die aktuell vom Verkehr stark betroffen sind, im Blick. Und auch wir haben nichts von kostspieligen und zeitverzögernden Klagen, sondern wünschen uns schnelle und nachhaltige Lösungen. Deshalb erwarten wir von den Planern, die fachliche Kritik des BUND ernstzunehmen und gemeinsam an zielführenden Lösungen zu arbeiten. 

Gibt es Alternativen?

Aus der Vergangenheit gibt es genügend Paradebeispiele, wie insbesondere mit kleinen, durchdachten Einzellösungen schneller, billiger und trotzdem mit hoher Effektivität der innerstädtische Verkehr entlastet werden kann. Das Vorziehen von Bauabschnitt 5 wäre beispielsweise eine solche Lösung, die bereits eine große Wirkung bei einem vertretbaren Aufwand zeigen würde. Wir fordern deshalb die Planer nach wie vor auf, ihren Umsetzungsplan nochmals kritisch zu überprüfen.

Ein alternatives Mobilitätskonzept, wie beispielsweise die Verknüpfung von Bahn, Bus und Fahrrad mit Güterverteilzentrum und Fahrradschnellwegen ist zukunftsweisend, nachhaltig, schont Natur und Umwelt und wertet unsere Stadt und den Landkreis Celle auf. Denn:

"Verkehrsplanung von HEUTE ist das Mobilitätskonzept für MORGEN!"

Unterstützen Sie uns durch Ihr Engagement! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:

BUND Kreisgruppe Celle, Thema Mobilität.

Kontakt

Vehrkehr und Umwelt


E-Mail schreiben

Der Natur zu ihrem Recht verhelfen

Position des BUND Landesverbandes zur geplanten Ortsumgehung Celle

BUND-Bestellkorb