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Kreisgruppe Celle

Streuobstwiesen - Biologische Vielfalt unterstützen und schützen

Biodiversität - Artenvielfalt auf Streuobstwiesen

Streuobstwiesen bieten Lebensraum für 2.000 - 5.000 Tierarten, vor allem Insekten, Spinnen, Gliederfüßler und Vögel, aber auch unterschiedlichen Amphibien- und Reptilienarten (z.B. Eidechsen und Kröten) und Kleinsäuger (z.B. Igel). Grund hierfür sind neben dem Verzicht auf Spritzmittel auch der kleinräumige Wechsel aus sonnigen, halbschattigen und schattigen sowie trockenen und feuchten Stellen. 

Damit zählen Streuobstwiesen mit zu den wertvollsten Lebensraumtypen.

Die Zerstörung derartiger Lebensräume bedroht Mensch und Umwelt ebenso sehr, wie die Auswirkungen des Klimas. Mehr zum Thema Biodiversität.

Obstbäume pflegen - Lernen durch aktives Tun

Die BUND Kreisgruppe Celle pflegt zwei Streuobstwiesen und lädt regelmäßig zu Schneide- und Pflegeseminaren ein.

Arbeitsgruppe "Streuobstwiese" engagiert sich

Seit 2019 hat sich eine feste Arbeitsgruppe "Streuobstwiese" etabliert. Die Ehrenamtlichen fühlen sich für die Streuobstwiesen der BUND Kreisgruppe Celle mitverantwortlich und bringen sich regelmäßig aktiv ein. Mitte April 2019 haben sie auf der Obstwiese Altenceller Feld wieder „Baumscheiben“ vom (Un-)Kraut-Bewuchs befreit und Schafsdung verteilt. Bald darauf inspizierte ein Hausrotschwanz-Pärchen die Streuobstwiese.

Winterscheideseminar im Februar 2019

Mitte Februar 2019 folgten mehr als dreißig Interessierte der Einladung zum Seminar für den Winterschnitt, so dass zwei Gruppen gebildet wurden.

Für die eine Hälfte der interessierten Zuhörer hatte der Obstbaum-Experte Ingo Rodemann wieder viele Tipps. Er führt für die BUND-KG-Celle bereits seit elf Jahren die Obstbaum-Schneide-Seminare zweimal jährlich durch. Die zweite Gruppe ließ sich durch den BUND-Streuobst-Pädagogen Hans-Otto Schrade fachmännisch anhand des mitgebrachten Pflanz-Planes von den Sortenunterschieden und Besonderheiten unterrichten.
Die Projektleiterin Helga Habekost hatte Baumweiß (Kalk), Drahtbürsten und Pinsel bereitgestellt mit der Empfehlung, dass die Stämme der jungen Baumstämme geweißt werden sollten. So werde die Sonnenreflektion wegen der erhebliche Temperatur-Differenzen verbessert, wenn nachts Minustemperaturen und tagsüber fast 20 Grad erreicht werden.

Die Weißung bewirke einen Schutz der Rinde, die sonst platzen könnte. Inzwischen hat sich eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, die sich gern noch erweitern möchte. Die BUND Keisgruppe Celle ist dankbar für den Einsatz und die breite Unterstützung der Obstbaumfreund*innen.

 

ENTWICKLUNGSLINIE "Neustädter Holz - Streuobstwiese"

Foto: HHa

Zwischen dem Ortsausgang Celle und Hambühren befindet sich nördlich der Hute-Eichen an der "Alten Schäferei" am südlichen Allerufer die Streuobstwiese "Neustädter Holz".  Sie wurde am 26.04.1994 von Mitgliedern der BUND-Kreisgruppe Celle gemeinsam mit den Mitarbeitern der Firma Naturkost Eden gepflanzt. Die Fläche stellte der Landwirt Lehmann aus Klein Hehlen zur Verfügung, Naturkost Eden finanzierte die alten hochstämmigen Obstbaumsorten.  Der mittlerweile verstorbene Walter Reccius hat das Vorhaben für den BUND Celle organisiert und damit ein wertvolles Biotop geschaffen.

Hier wachsen 45 verschiedene Obstbäume: Pflaumen-, Kirsch- und Apfelbäume wie z.B. Celler Dickstiel, Boskop, Jonathan, Ontario, die sich dort dank regelmäßiger Pflegemaßnahmen prächtig entwickelt haben. 

Foto: HHa, links: Juli 2016, viele Äpfel rechts: Ontario

Gerade zu Zeiten, da immer mehr Menschen allergisch gegen neue Obstsorten reagieren, werden alte Obstsorten zunehmend stärker nachgefragt.

Zwischenzeitlich wurden (einige wenige) Baumpaten gefunden, und eine Naturkunde-AG hat Nistkästen für Vögel gezimmert und dort aufgehängt.  

ENTWICKLUNGSLINIE "Altenceller Feld - Streuobstwiese"

Die Notwendigkeit einer Zubringerstraße zum Bohr-Drilling-Simulator der TU-Clausthal Zellerfeld bedingte, dass die alte Obstwiese am Altenceller "Marthahof" dem Straßenbau zum Opfer fiel. Die Stadt Celle legte dafür im Frühjahr 2013 die Streuobstwiese "Altenceller Feld" als Ausgleichsmaßnahme an.

Foto: HHa, Pflegemaßnahmen mit Ingo Rodemann und Hans-Otto Schrade

Seit Sommer 2017 hat die BUND-Kreisgruppe Celle mit Helga Habekost, Ingo Rodemann und Hans-Otto Schrade die Pflege dieser noch jungen Streuobstwiese übernommen.

Das erste Seminar "Obstbaumschnitt" fand bereits im Sommer 2017 statt. Bei mehreren Arbeitseinsetzen werden morsche Sicherungseinrichtungen entfernt, die Fläche um den Stamm, die sogenannten "Baumscheiben", freigelegt und die vom Baumkrebs befallenen Äste entfernt.

Beim  Seminar "Obstbaumwinterschnitt" wurden im Februar 2018 dann alle 45 Obstbäume radikal zurückgeschnitten und in weiteren Arbeitseinsätzen die Baumstämme mit Baumweiß gestrichen, als Schutz gegen die im Frühjahr auftretenden hohen Temperaturdifferenzen am Tag und in der Nacht.

Im August wurde trotz der Trockenheit ein weiterer Apfelbaum gepflanzt, der dann noch Notblüten trieb.

Leider sind durch Trockenheit im Sommer 2018 sieben Bäume eingegangen.  Die Nachpflanzungen erfolgten bereits im November 2018.

Weitere Infos: BUND - Streuobstwiesen in Niedersachsen

Obstbäume - Pflegehinweise

Foto: HHa, Winterschnitt vorher - nachher und Spitzenkürzung

Allgemeines

Für die Obstbäume ist ein ausgewogenes Verhältnis von Wurzel- zu Kronenmasse bedeutsam, denn es sorgt für die Bildung eines kräftigen, tragfähigen Gerüsts.

Der Winterschnitt ist gekennzeichnet durch den recht radikalen Rückschnitt, damit wird der Baum im Frühjahr angeregt, neues Holz zu bilden, er dient als Wachstumsanreiz. Beim Schnitt ist auf die sogenannte „Saftwaage“ zu achten. Damit ist gemeint, dass gleichrangige Gerüstäste auf gleichem Niveau stehen, d.h. auf jeder „Etage" in gleicher Höhe enden. Außerdem sollten die Äste in einem Winkel von ca. 45° wachsen, weil dadurch die Früchte am Ast optimal mit Nährstoffen und Licht versorgt werden. Auch die "Baumscheibe" muss von Bewuchs freigehalten werden, denn nach dem Winter führen die Bäume die in den Wurzeln gelagerten Reservestoffe wieder stammaufwärts an die Triebknospen, wo dann ein starkes Sprosswachstum einsetzt.

Im Sommer hingegen findet lediglich ein sogenannter Beruhigungsschnitt der Obstbäume statt. Die nach dem Winterschnitt entstandenen Jungtriebe werden größtenteils entfernt, um für die nötige Luft im Inneren des Baumes zu sorgen.

Nach 8-10 Jahren sollte ein Erhaltungsschnitt durchgeführt werden, um die Krone locker zu halten und einer Überalterung vorzubeugen. Hierbei werden vor allem überbauende oder überbaute Äste entfernt.

Weiterführende Erklärungen sh. BUND-Handbuch Streuobstwiesenpraxis 

 

Arbeitsgruppe "Streuobstwiese"

Die nächsten Treffen der Arbeitsgruppe "Streuobstwiese" bitte hier erfragen.

Kontakt

Helga Habekost / Hans-Otto Schrade
E-Mail schreiben Tel.: 05141-2051663 / 05054-8774

Die BUND-Kreisgruppe braucht DICH!

Ohne helfende Hände, Naturinteressierte und engagierte Menschen geht nichts! 

Die BUND-Kreisgruppe Celle dankt allen fleißigen Helfern für die Unterstützung bei Pflegemaßnahmen der Streuobstwiesen und wünscht sich weiterhin aktive Unterstützung. 

Es existiert eine Arbeitsgruppe mit der Zielsetzung, durch Naturerlebnisse, Vorträge, Vor- und Mitmachen, Naturinteressierten Biotop- und Artenschutz erlebbar zu machen. Bei Fragen und/oder Interesse wenden Sie sich an uns.

Eine Mitgliedschaft beim BUND ist hierfür nicht erforderlich.

Streuobstwiesen Gemeinde Winsen

Mit Streuobst- und Blühwiesen will die Gemeinde Winsen einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und die CZ-Aktion „Celle blüht auf“ unterstützen. Die Verwaltung hat dazu ein entsprechendes Konzept erarbeitet, mit dem sich eine Arbeitsgruppe beschäftigt. Es geht dabei um Flächen in Bannetze, Meißendorf und Winsen.

Streuobstwiesen

Streuobstwiese - Definition: Kennzeichnend sind meist hochstämmige Obstbäume alter Sorten bei geringer Baumdichte (60-120 Bäume / ha; Obstplantagen bis zu 3000 St. / ha). Durch die enorme Biodiversität (Artenvielfalt) auf Streuobstwiesen zählen sie mit zu den wertvollsten Lebensraumtypen.

Pflegetipps

Foto: privat, Pflegemaßnahme: Streichen der Baumstämme mit Baumweiß

Winterschnitt: triebfördernd = Wachstumsanreiz. Spitze schneiden, Saftwaage beachten!

Sommerschnitt: beruhigend = Beruhigungsschnitt. Reduziert den starken Austrieb aufgrund des Winterschnittes.      

Erhaltungsschnitt: verjüngend = Vergreisung der Obstbäume vorbeugen

Baumscheiben von Bewuchs freihalten 

Baumstamm-Pflege:  Risse glätten, große Wunden mit Baumwachs verschließen, Stämme mit Baumweiß streichen

Krankheit und Pilzbefall erkennen und umweltfreundlich behandeln

Verzicht auf Insektizide und Herbizide!

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